Wenn eine Wohnung über den Kopf gewachsen ist
Eine Wohnung, in der sich über Jahre Dinge angesammelt haben, entsteht selten aus Nachlässigkeit. Oft stecken eine schwierige Lebensphase, Krankheit, Überforderung oder ein Verlust dahinter. Uns ist es gleich, wie es dazu kam – wir sind nicht da, um zu bewerten, sondern um zu helfen. Bei uns hört niemand einen Vorwurf.
Fachleute sprechen beim krankhaften Anhäufen und der Unfähigkeit, sich von Dingen zu trennen, vom Messie-Syndrom. Dahinter steht in vielen Fällen eine ernstzunehmende seelische Belastung – keine Frage von Faulheit oder mangelndem Willen. Wer das versteht, begegnet Betroffenen mit Geduld statt mit Druck. Genau so arbeiten wir: ruhig, sachlich und ohne die Situation zu dramatisieren.
Viele Betroffene und Angehörige zögern lange, bevor sie sich Unterstützung holen, weil ihnen der Zustand der Wohnung unangenehm ist. Das verstehen wir. Genau deshalb reden wir sachlich und freundlich mit Ihnen, statt Sie mit Fragen zu bedrängen. Ein erstes Telefonat oder eine Besichtigung verpflichtet zu nichts und findet ganz in Ruhe statt.
Sie bestimmen das Tempo und den Umfang. Manche möchten dabei sein und Schritt für Schritt begleiten, andere ziehen sich lieber zurück und überlassen uns die Wohnung ganz. Beides ist in Ordnung. Wenn es Ihnen leichter fällt, nicht anwesend zu sein, übernehmen wir die Räumung eigenständig und stimmen vorab ab, worauf wir besonders achten sollen. Auch die Sorge, was mit lieb gewonnenen Dingen geschieht, nehmen wir ernst: Wir werfen nichts achtlos weg, sondern trennen mit Bedacht zwischen dem, was bleiben soll, und dem, was fort kann.
